Die Förderung des BIF in Zahlen und Fakten

Mit einem jährlichen Budget von fast fünf Millionen Euro (Stand 2018), finanziert der Boehringer Ingelheim Fonds (BIF) seine vier Förderprogramme: Stipendien für naturwissenschaftliche Doktoranden und Mediziner, Reisebeihilfen und die Internationalen Titisee Konferenzen.

Im Jahr 2018 betrugen die Ausgaben des BIF insgesamt 4,715 Millionen Euro. Davon flossen 3,984 Millionen in die Forschungsförderung; mit den verbliebenen Geldern deckte er seine Verwaltungskosten (geprüft von Erben Grach Noje-Knollmann Partnerschaft mbB Wirtschaftsprüfungsgesellschaft).

Seit dem Jahr 2010 wird der Boehringer Ingelheim Fonds von der Boehringer Ingelheim Stiftung, einer unabhängigen Schwesterstiftung, getragen.

Stipendienprogramme

Der größte Teil der Forschungsförderung (73 %) floss in das Flaggschiff-Programm des BIF: Die PhD-Stipendien fördern weltweit herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit einem ambitionierten Projekt im Bereich der grundlegenden, biomedizinischen Forschung ihre Doktorarbeit in einem international führenden Labor durchführen wollen. Jedes Jahr vergeben wir in einem zweistufigen Peer-Review-Prozess rund 45 neue Stipendien, ausgewählt aus den jährlich rund 600 Bewerbungen. Etwa 110 Doktoranden befinden sich gleichzeitig in der Förderung. Rund 60 % von ihnen kommen aus dem Ausland, und das Verhältnis von Männern zu Frauen ist ausgeglichen. Seit 1983 haben wir Wissenschaftler aus rund 60 verschiedenen Nationen unterstützt.

In unserem kleinsten und jüngsten Programm, den MD-Stipendien, fördern wir fortlaufend rund 10 Medizinstudenten. Das Programm erhielt 2018 rund 5 % unserer Forschungsförderung. Die Stipendien dauern 10–18 Monate und ermöglichen es talentierten jungen Menschen, die in Deutschland studieren, ein ambitioniertes Forschungsprojekt in einem international führenden Labor zu realisieren. Rund 80 % der Geförderten nutzen ihr Stipendium, um in Nordamerika zu forschen. 2018 haben wir das 100. Stipendium vergeben.

Seminare, Netzwerk & persönliche Unterstützung

Unseren Stipendiaten bieten wir sehr viel mehr als nur eine monatliche Überweisung. Sie erhalten zusätzlich Reisekosten, um zum Beispiel ihre Forschungsergebnisse auf internationalen Konferenzen zu präsentieren oder um neue Methoden zu lernen. Zusätzlich laden wir sie zu Seminaren und Trainings ein. Laut der jüngsten Evaluation des BIF durch die Universität Heidelberg tragen diese maßgeschneiderten Seminare „in besonderem Maße zu einer erfolgreichen akademischen Karriere bei“. Darüber hinaus fördern wir unsere Stipendiaten individuell und persönlich, nicht nur während, sondern auch nach der eigentlichen Förderzeit. So ist in mehr als 35 Jahre ein lebendiges Netzwerk aus BIF Stipendiaten und Alumni gewachsen. Von den mittlerweile über 1.500 Geförderten bleiben rund 90 % mit uns in Kontakt. Mehr als 330 unserer Alumni sind inzwischen Professoren oder unabhängige Gruppenleiter in der Academia.

Für diese umfassende Förderung seiner Stipendiaten gab der BIF im Jahr 2018 rund 10 % seiner Forschungsförderung aus.

Reisebeihilfen

Unsere Reisebeihilfen gehen an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der experimentellen biomedizinischen Grundlagenforschung, die einen Forschungsaufenthalt oder praktischen Laborkurs von bis zu drei Monaten Dauer planen. Jedes Jahr vergeben wir rund 150 Reisebeihilfen. Aus deutscher Sicht kommen 80 % der Bewerber und Bewerberinnen aus dem Ausland, rund ein Viertel davon wiederum von außerhalb Europas. Bisher haben wir rund 50 verschiedene Nationalitäten in diesem Programm gefördert.

Im Jahr 2018 flossen rund 8 % unserer Forschungsförderung in die Reisebeihilfen.

Internationale Titisee Konferenzen

Zweimal im Jahr bringen die International Titisee Conferences (ITC) Spitzenforscherinnen und -forscher aus aller Welt zusammen, um die neuesten Erkenntnisse in den Lebenswissenschaften zu erörtern. Die Themen der Konferenzen decken die gesamte Bandbreite der biomedizinischen Grundlagenforschung ab. Diese angesehene Konferenzreihe begann 1962 und zählt inzwischen rund 120 Konferenzen. Das Konzept der ITCs setzt auf den intensiven Austausch zwischen den rund 60 Teilnehmern aus unterschiedlichen Teildisziplinen.

Der BIF gab 2018 rund 4 % seiner Forschungsförderung für die Organisation und Durchführung der ITCs aus.