Was gibt es Neues beim BIF?

Hier finden Sie ausgewählte Nachrichten aus dem Netzwerk der Boehringer Ingelheim Fonds (BIF): Wir präsentieren zum Beispiel renommierte Förderungen und Preise für Stipendiaten und Alumni oder wichtige Ernennungen. Die Druckversion von Futura, BIFs internationalem Magazin (nur auf Englisch) bietet eine noch breitere Auswahl.

Haben Sie / hast Du einen Preis bekommen oder die Position gewechselt? Sind Sie / bist Du zum EMBO-Mitglied gewählt worden – Wir freuen uns über ein Nachricht von Ihnen / Dir.

2022 – Nachrichten

Dr. Stephan Formella und Marc Wittstock übernehmen zum 1. Juli 2022 die Geschäftsführung des Boehringer Ingelheim Fonds, Stiftung für medizinische Grundlagenforschung (BIF), von Dr. Claudia Walther. Die beiden neuen Geschäftsführer teilen sich die Verantwortung, Dr. Stephan Formella übernimmt die wissenschaftlichen und Marc Wittstock die kaufmännischen Aufgaben. In der gleichen Konstellation arbeiten sie bereits seit Mitte 2020 gemeinsam in der Schwesterstiftung des BIF, der Boehringer Ingelheim Stiftung (BIS).

Claudia Walther, selbst Alumna des Doktoranden-Stipendienprogramms des BIF, war 23 Jahre für den BIF tätig, davon 14 als Geschäftsführerin.

In dieser Zeit hat sie den BIF und seine Exzellenzprogramme äußerst erfolgreich weiterentwickelt und seine Professionalisierung entscheidend vorangetrieben. Gepaart mit ihrer großen wissenschaftlichen Expertise hat ihr persönlicher Einsatz für die Belange der Stipendiaten und Alumni zudem entscheidend dazu beigetragen, dass trotz des kontinuierlichen Wachstums der persönliche Kontakt und die individuelle Förderung der jungen Talente immer im Mittelpunkt des BIF standen.

Stephan Formella ist bereits seit Juli 2020 wissenschaftlicher Geschäftsführer der Boehringer Ingelheim Stiftung. Vor seinem Eintritt in die Stiftungswelt war der Mediziner und Pharmakologe 16 Jahre erfolgreich in der globalen Entwicklung und Medizin des Unternehmens Boehringer Ingelheim tätig, zuletzt als Gruppenleiter in der Translationalen Medizin.

Marc Wittstock ist seit Mai 2020 Kaufmännischer Geschäftsführer der BIS. Als Bankkaufmann und Diplom-Kaufmann der Wirtschaftswissenschaften war er die ersten 10 Jahre seiner beruflichen Karriere im Bankgeschäft tätig, anschließend arbeitete er rund 13 Jahre im Bereich Finanzen & Controlling des Unternehmens Boehringer Ingelheim, wo er unter anderem jeweils einige Jahre für das Externe Rechnungswesen und das Konzern-Treasury verantwortlich war.

In der Übergabephase planten und führten die drei Geschäftsführer unter anderem bereits gemeinsam verschiedene Seminare und Konferenzen des BIF durch. Stephan Formella und Marc Wittstock haben auf diese Weise die besondere, anregende und vertrauensvolle Atmosphäre des BIF zu schätzen gelernt. Sie freuen sich darauf, die Programme des BIF fortzuführen und weiterzuentwickeln. Ihnen ist es Anliegen und Freude zugleich, herausragende Wissenschaft zu fördern und das lebendige Netzwerk aus mittlerweile mehr als 1.700 Geförderten und Alumni weiter wachsen zu sehen.

Matilde Galli hat einen ERC Starting Grant erhalten für ihr Projekt: “Timing cell cycles in multicellular development”. Sie untersucht Nematoden um herauszufinden, wie sich die Teilungsmuster der Zellen im Laufe der Entwicklung der Tiere verändern. Sie will analysieren, wie sich die Genaktiviät verändert und die Moleküle identifizieren, die diese Veränderungen antreiben. Dazu will sie eine neue Imaging-Plattform entwickeln, mit der sie die Zellveränderungen im Darm der Tiere in Echtzeit beeinflussen und beobachten kann. 

Matilde Galli, Hubrecht Institut, Utrecht, Niederlande, Fellowship: 2008–2010

2021 – Nachrichten

Kristin Tessmar-Raible und Karsten Weis wurden als Mitglieder der Europäischen Molekularbiologischen Organisation (EMBO) ausgewählt. Kristin untersucht die molekularen Kalender, die das Verhalten und Physiologie von Tieren steuern, als Reaktion of nicht das Sonnenlicht, sondern Jahreszeiten, Gezeiten oder Mondphasen. Karsten untersucht wie der Zellkern organisiert ist, wie Material durch seine Membran transportieret wird sowie den Transport und Abbau von mRNA sowie die Rolle von Phasenseparation bei der RNA. 

Im Jahr 2021, wurden 64 herausragende Wissenschaftler aus dem Bereich der Lebenswissenschaften aus 21 verschiedenen Ländern als neue Mitglieder in die EMBO gewählt. Sie gehören damit nun zu einer Gemeinschaft von mehr als 1.800 führenden Wissenschaflterinnen und Wissenschaftlern auf diesem Gebiet. 

Professor Kristin Tessmar-Raible, Universität Wien, Österreich, Fellowship: 2001–2003

Professor Karsten Weis, ETH Zürich, Schweiz, Fellowship: 1993–1995

2020 – Nachrichten

Frauke Gräter und Christine Selhuber-Unkel haben jeweils einen ERC Consolidator Grant erhalten: Frauke untersucht wie Proteine mechanischen Kräften widerstehen. Diese können dazu führen, dass chemische Bindungen brechen, wobei Radikale freigesetzt werden. Frauke will herausfinden, ob solche Radikale die Alterung unseres Bindegewebes beeinflussen. Seit Anfang des Jahres ist sie außerdem Wissenschaftliche Direktorin des HITS, eine rotierende Position, und gehört dem Editorial Board des Biophysical Journals an.

Chrisitine verfolgt mit ihrem ERC-Projekt „Photomechanical writing of cell functions“ (PHOTOMECH) das Ziel, Zellfunktionen durch äußere physikalische Kräfte zu steuern. Dafür kombiniert sie photoschaltbare Materialien mit einem komplexen optischen System, das intensive Laserlichtpulse verwendet. Dieser Laser soll wie ein „Stift“ eingesetzt werden, um Zellfunktionen dreidimensional zu schreiben und das Wachstum von Zellgeweben zu ermöglichen. Dies ist bereits ihr fünfter ERC Grant.

Professor Frauke Gräter, Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) und, Fellowship: 2002–2005

Professor Selhuber-Unkel, Institute for Molecular Systems Engineering (IMSE), Universität Heidelberg, Fellowship: 2004–2006

Detlef Weigel leitet das deutsch-französische-amerikanische PATHOCOM-Projekt an das der ERC einen seiner angesehenen und hoch-kompetitiven ERC Synergy vergeben hat. Das Team wird die 10 Millionen Euro nutzen, um herauszufinden wie Pathogene gemeinsam Krankheiten verursachen. Dazu untersuchen, sie, wie oft verschiedene Arten von Interaktionen, besonders Konkurrenz und Kooperation sind, und wie dieses Zusmmenspiel von der Ökologie und der Genetik beeinflusst werden. Sie werden Pflanzen der Art Arabidopsis thaliana mit fast 200.000 Kombinationen von harmlosen und krankheitserregenden Bakterienstämmen infizieren und analysieren, welche von Ko-Infektionen profitieren und welche nicht.

Detlef hat außerdem den Novozymes Preis 2020 erhalten, den die Novo Nordisk Stiftung mit 3 Millionen Dänischen Kronen (rund 400.000 Euro) dotiert. Der Preis ehrt seine herausragende Forschungsleistung über seine ganze Kariere hinweg, die die Pflanzenforschung erheblich vorangetrieben hat. Außerdem hat sie die Entwicklung innovativer, biotechnologischer Lösungen angeregt, die hilft bessere Zuchtsorten zu entwickeln und so die Weltbevölkerung zu ernähren.

Professor Detlef Weigel, MPI für Entwicklungsbiologie, Tübingen, Fellowship: 1987–1988

Professor Andreas Barner, dem Vorsitzenden unseres Vorstandes, wurde die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland für Dienste an der Gesellschaft verliehen: das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Unter anderem wurde er für sein umfassendes Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet.

Professor Andreas Barner, C.H. Boehringer Sohn AG & Co. KG, Ingelheim, Vorsitzender des BIF-Vorstands

Simon Elsässer hat einen Proof of Concept (PoC)Grant in Höhe von 150,000 Euro vom ERC erhalten für sein Projekt: “Highly Multiplexed, Quantitative Epigenetic Profiling”. Die PoC Grants dienen dazu, das Marktpotential von Ideen aus vorangegangenen ERC Förderungen abzuklären. Simon ist außerdem Teil der 7. Generation der "Future Research Leaders", ein Programm der Swedish Foundation for Strategic Research. Mit rund 12 Millionen Schwedischen Kronen, ca. 1,16 Millionen Euro) über 5 Jahre fördert es junge Forscher, die das Potential haben zukünftig eine führende Rolle in der akademischen oder Industrieforschung in Schweden einzunehmen.

Professor Simon Elsässer, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, Fellowship: 2008–2010

Sarah Teichmann wurde zum Fellow der Royal Society gewählt, der renommiertesten Britischen Wissenschaftsorganisation. Dies geschieht in Anerkennung ihres herausragenden Beitrags zum wissenschaftlichen Fortschritt in der Bioinformatik und der Genetik. Dazu gehört auch ihre Rolle als Mitbegründerin und -Leiterin des Human Cell Atlas Konsortiums, einer Initiative, die eine dreidimensionale Karte von jeden Zelltyp im menschlichen Körper und deren genetischen Profilen erstellen will.

Sarah wurde außerdem von der Biochemical Society mit dem GlaxoSmithKline Preis 2020 ausgezeichnet.

Sarah Teichmann, Wellcome Sanger Institute, Hinxton, Großbritannien, Fellowship: 1997–1999

Drei BIF Alumni erhalten einen ERC Advanced Grants in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Insgesamt wurden in der 12. Ausschreibungsrunde 185 dieser prestigeträchtigen Grants an herausragende europäische Forscher und Forscherinnen vergeben.

Volker Haucke will mit seinem Projekt: SynapseBuild“ menschliche Nervenzellen analysieren, um zu verstehen, wie die präsynaptischen Vesikel und ihre Vorläufer in der Zelle entstehen und reifen, wie sie transportiert werden und zusammengebaut werden und zuletzt, wie dieser Prozess gesteuert und koordiniert wird. Außerdem wurde Volker den Feldberg Preis 2020 der gleichnamigen Stiftung verliehen. Die Stiftung will den wissenschaftlichen Austausch auf dem Gebiet der experimentellen medizinischen Forschung zwischen Deutschland und Großbritannien fördern. Dazu verleiht sie jedes Jahr den Feldberg Preis an je einen herausragenden Wissenschaftler aus den beiden Ländern.

Mit dem Projekt „BrainRedesign: Redesigning brain circuits in development” will Rüdiger Klein in Mäusen gezielt verändern, wie sich die Amygdala-Schaltkreise entwickelnd. Dazu nutzt er so-genannte Lenkungsmoleküle, die die Wuchsrichtung von Neuronen beeinflussen. So hofft er, das angeborene und erlernte Verhalten der Mäuse zu verändern, und herauszufinden, wie diese Schaltkreise entstehen und zu einem bestimmten Verhalten führen.

In seinem Projekt ““MultiOrganelle Design: Multiple Designer Organelles for Expanded Eukaryotic life“ nutzt Edward Lemke Designer-Organellen in Zellen, die so verändert wurden, dass sie effektiv zwei genetische Codes besitzen, um so-genannte intrinsisch ungeordnete Proteine (IDP) zu untersuchen. Aufgrund ihrer flexiblen und dynamischen Struktur sind diese allgegenwärtigen Proteine sehr schwer zu untersuchen. Die beiden genetischen Codes erlauben es den Forschern fluoreszierende Marker an verschiedenen Stellen der Proteine einzubauen. So können sie diese in noch nie dagewesener Auflösung visualisieren und ihre Strukturänderungen nachvollziehen, ohne die Physiologie der Zelle zu verändern.

Professor Volker Haucke, Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Berlin, Fellowship: 1994–1997

Professor Rüdiger Klein, Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Martinsried, Fellowhip: 1988–1990

Professor Edward Lemke, Institut für Molekulare Biologie (IMB), Mainz, Fellowship: 2003–2005

Der ERC hat zwei ERC Proof-of-Concept (PoC) Förderungen an BIF Alumni vergeben. Diese Grants dienen dazu, das Marktpotential von Ideen aus vorangegangenen ERC Förderungen abzuklären.

Yohanns Bellaïche nutzt die Förderung um einen Computeralgorhythmus zu entwickeln der selbsttätig lernt, wann biologische Prozesse in einem via Mikroskop beobachteten Probe ablaufen. Das Programm kann so die Aufnahmen automatisch anpassen, z.B. wie schnell hintereinander oder mit welchem Zoomfaktor Bilder aufgenommen werden. Während der Ursprungsförderung durch den ERC hat Yohanns bereits einen solches "deep learning" Programm entwickelt, das die Dynamik von Prozessen in Zellen und Geweben verfolgen und verstehen kann. Dieses neue Projekt wird die Anwendbarkeit auf weitere Felder und Phänomene erweitern.

Christine Selhuber-Unkel hat bereits den dritten PoC in genauso vielen Jahren erhalten. Sie nutzt die Förderung, um synthetische Transplantate für Blutgefäße herzustellen, die sich under Druck ähnlich versteifen, wie natürliche Gefäße. Sie nutzt dazu Materialien, die sie mit einem der vorherigen PoCs entwickelt hat.

Yohanns Bellaïche, Institut Curie, Paris, Frankreich, Fellowship: 1995–1998

Professor Christine Selhuber-Unkel, Universität Kiel, Fellowship: 2004–2006

2019 – Nachrichten

Bernd Bodenmiller und Marc Erhardt-Singer haben einen ERC Consolidator Award erhalten. Bernd will neue Ansätze sowie Technologien und computergestützte Methoden entwickeln, die helfen die Komplexität von Tumoren zu erfassen und zu beschreiben. So will er besser verstehen, wie in Brustkrebs die Umgebung der Fernmetastasen deren Wachstum unterstützt. Ziel ist es, die passendste Therapien für einzelne Patientinnen zu bestimmen. Marc wird seinen ERC Grant von bis zu zwei MIllionen Euro nutzen, um zu rekonstruieren, wie sich das Flagellum von Bakterien, eine komplexe Nanomaschine, koordiniert zusammenbaut. 

Professor Bernd Bodenmiller, Universität Zürich, Schweiz, Fellowship: 2005–2007

Professor Marc Erhardt-Singer, Humboldt Universität Berlin, Deutschland, Fellowship 2007–2010

Volker Hauke ist zum Mitglied der Academia Europaea in der Sektion Cell & Developmental Biology gewählt worden. Er ist einer von 324 internationalen Wissenschaftlern, denen dieses Jahr diese Ehre zuteil wurde.

Professor Volker Hauke, Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin, Fellowship: 1994–1997

Katharina Sonnen hat einen ERC Starting Grant für ihr Projekt „Signalling dynamics in the control of cell proliferation and differentiation during development and homeostasis“ erhalten. Sie und ihr Team werden ein umfangreiches Set an Methoden einsetzen, um an in vitro-Kulturen von Embryonen und Mini-Organen herauszufinden, wie Zellen miteinander kommunizieren und dafür sorgen, dass sich Gewebe korrekt entwickeln.

Katharina Sonnen, Hubrecht Institute, Utrecht, Niederlande, Fellowship: 2008–2010

Ludger Johannes wurde zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Er gehört der Sektion Genetik/Molekuarbiologie und Zellbiologie an. Die Leopoldina ist die heute älteste, ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt; ihre Mitglieder sind angesehene Wissenschaflterinnen und Wissenschaftler aus aller Welt.

Professor Ludger Johannes, Institut Curie, Paris, Frankreich, Fellowship: 1993–1995

Sebastian Bonhoeffer, Ivan Dikic, und Detlef Weigel sind zur Mitgliedern der American Academy of Arts and Sciences, AAAS, gewählt worden. Diese Ehrung erfordert herausragende Leistungen in Wissenschaft, Wirtschaft, Regierung und Öffentlichkeit. „Mit der Wahl dieser Mitglieder setzt sich die Akademie für die Ideale von Forschung und Wissenschaft, Kreativität und Fantasie, intellektuellem Austausch und zivilem Diskurs sowie der unerbittlichen Suche nach Wissen in all seinen Formen ein“, so David W. Oxtoby, der Präsident der AAAS. Unter den diesjährigen rund 240 neuen Mitgliedern befindet sich auch die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama.

Professor Sebastian Bonhoeffer, ETH Zürich, Institute of Integrative Biology, Zürich, Schweiz, Fellowship: 1992–1995

Professor Ivan Dikic, Universität Frankfurt, Postdoktoranden-Forschungspreis: 1997

Professor Detlef Weigel, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen, Fellowship: 1987–1988

Anne Eichmann hat einen ERC Advanced Grant für ihr Projekt „Targeting endothelial barriers to combat disease“ erhalten. In dieser 11. Runde wurden 222 Grants mit zusammen 450 Millionen Euro an Wissenschaftler in ganz Europa vergeben, die Erfolgsquote lag unter 11 Prozent. Die Grants in Höhe von bis zu 3,5 Millionen Euro ermöglichen es Spitzenforschern, ihre besten Ideen an den Grenzen des Wissens umzusetzen. Die 222 Grants werden bis zu 2.000 Stellen für Postdoktoranden, Doktoranden und weitere Mitarbeiter in den Laboren der Empfänger finanzieren.

Professor Anne Eichmann, Yale Universität, MA, USA und National Institute of Health and Medical Research (INSERM), Paris, Frankreich, Fellowship: 1990–1992

Mainz, 30.1.2019: In der dritten Runde ihres Forschungsprojektes Learning from Partners analysierte das Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg die Arbeit von insgesamt acht gemeinnützigen Stiftungen, darunter die des Boehringer Ingelheim Fonds (BIF), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der VolkswagenStiftung.

Die im Zeitraum 2017 bis 2018 durchgeführte Studie erfasste über eine Online-Umfrage systematisch die Zusammenarbeit zwischen Stiftungen und ihren jeweiligen Partnern (Antragstellern, Förder- und Kooperationspartnern). Die Partner wurden um Feedback gebeten zu ihrer allgemeinen Zufriedenheit mit der Arbeit „ihrer“ Stiftung sowie zu den Themen Verwaltung, Capacity Building, und zur allgemeinen Wahrnehmung der Stiftung. Die Studie zeigt, dass der Boehringer Ingelheim Fonds „als anspruchsvolle, renom­mierte und verlässliche Stiftung wahrgenommen“ wird. Darüber hinaus tragen die „maßgeschneiderten Angebote“ des BIF „in beson­derem Maße zu einer erfolgreichen akademischen Entwicklung und Karriere bei.“

Ausruhen wird sich der BIF auf den Ergebnissen nicht: Mit dem Feedback aus der Studie werden wir unsere  Angebote und Prozesse weiter optimieren.

Publikationen des CSI über das Forschungsprojekt

Kontakt

Boehringer Ingelheim Fonds:
Dr. Anja Petersen
Stiftung für medizinische Grundlagenforschung
Schusterstr. 46-48
55116 Mainz

Tel.: 06131 27 508-0
secretariat[at]bifonds.de

Forschungsstelle Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen (CSI):
Dr. Volker Then (Geschäftsführender Direktor)
Martin Hölz, M.A. (Projektleitung)
Max-Weber-Institut für Soziologie
Universität Heidelberg
Bergheimer Str. 58
69115 Heidelberg

Tel.: 06221 54 119 84
CSI Webseite

2018 – Nachrichten

Kristin Tessmar-Raible hat einen ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) über rund 2 Millionen Euro erhalten. Sie will Schlüsselmoleküle identifizieren, mit denen Meeresorganismen wie zum Beispiel der Borstenwurm Platynereis dumerilii und die Mücke Clunio marinus monatliche Rhythmen auf Basis des Mondzyklus etablieren und aufrechterhalten. Außerdem will sie untersuchen, wie die sehr variablen natürlichen Umweltbedingungen sich mit denen im Labor vergleichen lassen.

Professor Kristin Tessmar-Raible, Universität Wien, Österreich, Fellowship: 2001–2003

Christoph Thaiss erhält den Großen Preis für junge Wissenschaftler 2018 von Science & SciLifeLab für seine Arbeiten zur Rolle des Mikrobioms in drei Phänomenen, die bei Menschen mit Fettleibigkeit auftreten: Störungen der biologischen Uhr, wiederkehrende Gewichtszunahme und erhöhte Infektionsanfälligkeit. Thaiss und sein Team haben entdeckt, dass in allen drei Fällen bestimmte, von Darmbakterien produzierte Moleküle verändert sind und damit den Krankheitsverlauf beeinflussen können.

Der mit 30.000 USD dotierte Preis wird an vielversprechende Nachwuchswissenschaftler verliehen, die bahnbrechende Forschung in den Lebenswissenschaften betreiben. Er wird verliehen vom SciLifeLab (Science for Life Laboratory), einem schwedischen Center für Molekulare Lebenswissenschaften und dem Journal Science sowie der Knut und Alice Wallenberg Stiftung.

Professor Christoph Thaiss, University of Pennsylvania, Philadelphia, USA, Fellowship: 2013–2015

Zusammen mit drei anderen Forschern aus Heidelberg hat Michael Boutros einen ERC Synergy Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) über 10,6 Millionen Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren erhalten.

In ihrem Projekt „Decoding Context-Dependent Genetic Networks in vivo“ (DECODE) geht es um die Frage, welche Gene oder Genkombinationen für die Entwicklung und Funktion eines Gewebes nötig sind und wie sich dieses Repertoire von Zelle zu Zelle, aber auch unter verschiedenen Umweltbedingungen verändert und zwar in der Wurzel der Ackerschmalwand Arabidopsis und dem Darm der Fruchtfliege Drosophila. Mithilfe von genetischen Versuchen und Computermodellen wollen sie die funktionellen genetischen Netzwerke mit zellulärer Auflösung rekonstruieren. Gene, die in diesen Netzwerken Schlüsselpositionen einnehmen, sollen abschließend mit hochmodernen Methoden funktionell analysiert werden. Ziel ist es, neue Einblicke in die Funktion und das Zusammenspiel von Zellen in komplexen Geweben zu gewinnen.

Die Synergy Grants wurden erst im Jahr 2018 wieder aufgelegt und nur 10% aller Anträge waren erfolgreich. Der Präsident des ERC, Professor Jean-Pierre Bourguignon, sagte: “Die ausgewählten Projekte repräsentieren wirklich mutige Ideen von einigen der besten Europäischen Wissenschaftler.”

Professor Michael Boutros, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Fellowship: 1997-1999

Petra Dersch ist in den Senat der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für den Bereich Lebenswissenschaften gewählt worden. Das 37-köpfige Gremium ist das zentrale Organ der Selbstverwaltung der DFG und ist damit zuständig für alle wesentlichen Beschlüsse in der Forschungsförderung im Vorfeld der konkreten Förderentscheidung sowie für alle wesentlichen Entscheidungen zur Gestaltung des Begutachtungs-, Bewertungs- und Auswahlverfahrens.

Petra Dersch leitet die Abteilung Molekulare Infektionsbiologie am Helmholtz Zentrum für Infektionsbiologie und ist Professorin für Mikrobiologie an der TU Braunschweig, wo sie gastrointestinale Bakterien erforscht, vor allem Yersinia-Arten, und wie diese sich an der Darmwand anheften, sie durchdringen und sich so schließlich im Wirt verbreiten.

Professor Petra Dersch, Helmholtz Zentrum für Infektionsbiologie (HZI), Braunschweig, Fellowship: 1992–1994